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Bertrand RusselBertrand Russell wurde am 18. Mai 1872 in Trellek (Wales) geboren. Er war der Sproß einer adligen Familie, die ihren Stammbaum auf Heinrich VIII (1509 - 47) zurückführte. Im Gegensatz zu vielen anderen Philosophen war Russell kein grüblerischer Eigenbrötler. Neben mehreren Liebschaften war er viermal verheiratet. Als kompromißloser Pazifist verlor er während des 1. Weltkrieges seine Professur am Trinity College in Cambridge und verbrachte ein halbes Jahr im Gefängnis. Bertrand RusselBei einer Massenveranstaltung wurde er beinahe gelyncht. Nach der Geburt seines ersten Kindes 1921 hatte er Probleme bei der Wohnungsuche, da er moralisch unerwünscht war. Daraufhin kaufte er sich kurzerhand ein eigenes Haus. Später gründete er eine Schule, da keine der bestehenden Lehranstalten seinen Ansprüchen genügte. Ihm war insbesondere die christliche Intoleranz in der Erziehung zuwider. In den Jahren 1922 und `23 kandidierte er (natürlich erfolglos) für das Parlament.

Bertrand RusselAb 1944 war Russell wieder Professor in Cambridge. Nach dem Krieg engagierte er sich in der Friedensbewegung. Mit Einstein verfaßte er das Einstein-Russell-Manifest gegen das Wettrüsten. Seinem Projekt einer Gelehrtenkonferenz entsprang die Pugwash-Bewegung. Benannt nach dem kanadischen Ort ihrer ersten Zusammenkunft. Die Gelehrtenkonferernz entsprang der platonischen Staatsauffassung, nach der nur die weisesten Menschen politische Entscheidungsträger sein sollten. Ihr Einfluß auf die kruden Machtpolitiker blieb leider sehr gering. Anläßlich der Kubakrise initiierte er 1963 die Gründung der Bertrand Russell Peace Foundation. Sie unterstützte auch zahlreiche Initiativen zur Beendigung des Vietnamkrieges.

Trotz seiner zahlreichen Aktivitäten war Russell zeitlebens hauptsächlich als Schriftsteller tätig. Neben 70 Büchern zur Mathematik, Philosophie, Politik und Pädagogik verfaßte er unzählige Aufsätze und war weltweit auf Vortragsreisen unterwegs. Bevor er 1970 fast hundertjährig starb, konnte er auf ein erfülltes Leben zurückblicken:

Drei einfache, doch übermenschliche Leidenschaften haben mein Leben bestimmt: das Verlangen nach Liebe, der Drang nach Erkenntnis und ein unerträgliches Mitgefühl für die Leiden der Menschheit. Gleich heftigen Sturmwinden haben mich diese Leidenschaften bald hier-, bald dorthin geweht in einem launenhaften Zickzackkurs über ein Weltmeer von Qual hinweg bis zum letzten Rand der Verzweiflung.

(Zitiert nach: Bert Gaard, http://www.tu-harburg.de/rzt/rzt/it/sofie/node41.html)

Zusammen mit Alfred North Whitehead gehört er zu denen die der Mathematik nach einer ungeheuren Erschütterung ein Neues Fundament bauen (Principia Mathematica). 1953 bekam Bertrand Russel den Nobelpreis für Literatur für seine präzise wissenschaftliche Prosa zuerkannt. Für Mathematiker gibt es keinen Nobelpreis. Es geht das Gerücht, dass ein Mathematiker eine Affäre mit der Ehefrau Alfred Nobel hatte:

Die Mathematik? Sie bleibt außen vor, was jedoch nicht für die Mathematiker gilt. Die meisten werden in Physik ausgezeichnet (Lorentz, Planck, Einstein), manche in Ökonomie (Tinbergen, Kantorowitsch, Nash), aber auch in Literatur (Russel). Zwei Mathematikern, Walter Kohn (USA) und John Pople (UK), wurde 1968 der Nobelpreis für Chemie verliehen, nachdem sie es den Chemikern möglich gemacht hatten, Schrödingers Quantengleichung (bezüglich der Teilchen) auf das Verhalten von Molekülen anzuwenden - ein schönes Beispiel für den Austausch zwischen einzelnen Disziplinen.

(Zitiert nach: http://europa.eu.int/comm/research/news-centre/de/soc/01-09-soc01.html)

Wenn das Alfred Nobel wüsste.

Ein Schüler eines Philosophiekurses hat eine schöne Biographie erstellt:
Biographie

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